Zentralafrikanische Staaten verurteilen Putsch in Gabun

Nach dem Putsch in Gabun hat die Zentralafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECCAS) die neuen Militärmachthaber aufgefordert, die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen. Sie verurteile den Einsatz von Gewalt, um politische Konflikte zu lösen und um an die Macht zu kommen, teilte der Staatenbund heute mit. Er kündigte eine Sondersitzung an, um über die Lage zu beraten.

Gestern hatte das Militär wenige Tage nach der Präsidentenwahl geputscht und Amtsinhaber Ali Bongo abgesetzt. Der 64-Jährige wurde unter Hausarrest gestellt.

Korruptions- und Betrugsvorwürfe

Bongos Familie regiert das an Rohstoffen reiche Land seit 56 Jahren. Kurz vor dem Putsch hatte die Wahlkommission ihn zum Sieger erklärt. Er hatte das Amt 2009 von seinem Vater Omar übernommen. Kritiker werfen Bongo Korruption und Wahlbetrug vor. Viele der 2,3 Millionen Einwohner Gabuns leben in Armut.

Der Militärputsch ist der achte in West- und Zentralafrika seit 2020. Zuletzt hatte die Armee in Niger die Macht übernommen, davor in Mali, Guinea, Burkina Faso und im Tschad.

Mehrere dieser Staaten sehen sich mit Aufständen von radikalen Islamisten konfrontiert, was auf Gabun nicht zutrifft. Derzeit gebe es keine Pläne, EU-Bürgerinnen und -Bürger aus dem Land herauszuholen, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Es habe bei der Wahl viele Unregelmäßigkeiten gegeben.