Mitschöpfer von Klonschaf Dolly gestorben

Sein Team schrieb mit Schaf Dolly, dem ersten Klon eines Tieres, Geschichte: Nun ist der britische Wissenschaftler Ian Wilmut im Alter von 79 Jahren gestorben, wie seine frühere Universität gestern mitteilte. Die University of Edinburgh würdigte den Forscher als einen „Titanen der Wissenschaftswelt“.

Wissenschafter Ian Wilmut und das Klonschaf Dolly
Reuters

Wilmut leitete das Team am Roslin-Institut an der Universität von Edinburgh, das Dolly im Jahr 1996 klonte. Das Schaf war das erste Säugetier, das aus einer adulten Zelle geklont wurde. Es bedeutete einen Durchbruch in der Tier- und Medizinforschung. „Dieser Durchbruch treibt viele der Fortschritte auf dem Gebiet der regenerativen Medizin voran, die wir heute sehen“, erklärte die Uni.

Wilmut räumte erst fast zehn Jahre später ein, dass nicht er, sondern der Zellbiologe und damalige Mitarbeiter Keith Campbell der Erzeuger Dollys war. Eigentlich hätte dieser als Erstautor der Publikation der Forschungsergebnisse genannt werden und Preise und Forschungsgelder erhalten müssen.

An Parkinson erkrankt

Wilmut ging 2012 in den Ruhestand. 2018 gab er bekannt, dass bei ihm Parkinson diagnostiziert worden sei. Er kündigte gleichzeitig an, die Forschung zu der neurodegenerativen Erkrankung zu unterstützen, die zum zunehmenden Absterben von Nervenzellen führt.

Dolly wurde am 5. Juli 1996 geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren lahmte sie aufgrund von Arthritis in den Knien, 2003 starb sie mit nur sechs Jahren an einer unheilbaren Lungenkrankheit, die sonst nur bei älteren Tieren auftritt. Damit erreichte sie nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Lebensalters eines Schafs ihrer Rasse.