NGO beklagt Tod von Kindern im Mittelmeer

Mehr als 28.000 Menschen sind seit 2014 im Mittelmeer gestorben oder verschwunden. Das berichtete die Organisation Save the Children heute. Unter ihnen waren demnach 1.143 Minderjährige. Allein im Jahr 2023 werde die Zahl der im Mittelmeer gestorbenen oder vermissten Minderjährigen mehr als 100 betragen und damit vier Prozent der Gesamtzahl ausmachen. Dieser Prozentsatz sei im Vergleich zu 2014, als er weniger als ein Prozent betrug, dramatisch gestiegen.

Von 2014 bis heute sind den Angaben zufolge mehr als 112.000 unbegleitete Minderjährige nach gefährlichen Seefahrten in Italien eingetroffen. In diesem Jahr kamen seit dem 1. Jänner mehr als 11.600 Minderjährige ohne erwachsene Bezugspersonen auf dem Seeweg in Süditalien an.

Die Daten wurden von Save the Children anlässlich des zehnten Jahrestages des Schiffsunglücks vom 3. Oktober 2013 veröffentlicht, bei dem 368 Menschen in der Nähe der Küste von Lampedusa ihr Leben verloren.

Lampedusa immer noch mit vielen Ankünften konfrontiert

„Der Aufschrei und die Empörung, die sich damals erhoben, stießen auf taube Ohren, und zehn Jahre später sprechen wir immer noch über die gleichen dramatischen Ereignisse. Menschen, die vor Kriegen, Verfolgung, Gewalt, extremer Armut und humanitären Krisen fliehen, riskieren weiterhin ihr Leben, indem sie sich mangels legaler und sicherer Wege auf Menschenhändler verlassen, um Europa zu erreichen“, sagte Raffaela Milano, Direktorin für das Italien-Europa-Programm von Save the Children.

Die süditalienische Insel Lampedusa war in den vergangenen Wochen mit sehr vielen Flüchtlingsankünften konfrontiert. Binnen weniger Tage hatten 11.000 Personen die Insel zwischen Tunesien und Sizilien erreicht, so viele wie noch nie. 127.000 Menschen sind seit Anfang 2023 nach Seefahrten über das Mittelmeer in Italien angekommen.