Israelische Geiselangehörige stürmen Parlamentssitzung

Angehörige der von der Terrororganisation Hamas in den Gazastreifen entführten Geiseln haben heute eine Sitzung eines israelischen Parlamentsausschusses gestürmt. Sie verlangen größere Anstrengungen von den Abgeordneten, um ihre Verwandten freizubekommen. Auf Plakaten stand: „Sie werden nicht hier herumsitzen, während sie sterben.“

Die Geiselangehörigen kündigten bereits zuvor an, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit erhöhtem Druck zu einem Abkommen mit der Hamas drängen zu wollen. Wie israelische Medien in der Nacht auf heute berichteten, schlugen Angehörige der mehr als 130 Geiseln auf einem Gehsteig vor Netanjahus Privathaus in Jerusalem Zelte auf.

Man werde so lange in den Zelten bleiben, bis Netanjahu „einem Abkommen zur Rückgabe der Geiseln zustimmt“, wurde ein Sprecher zitiert. Medien zufolge drängen die USA, Ägypten und Katar Israel und die Hamas zu einem Verhandlungsprozess, der zur Freilassung von Geiseln und dem Rückzug der israelischen Armee aus Gaza führen soll.

Netanjahu: Gibt kein konkretes Angebot von Hamas

Die Verhandlungen sollten in den kommenden Tagen in Kairo fortgesetzt werden, berichtete das „Wall Street Journal“. Die Gespräche seien in einem frühen Stadium. Der Nahost-Koordinator von US-Präsident Joe Biden, Brett McGurk, werde zu diesem Zweck den Chef des ägyptischen Geheimdienstes in der Hauptstadt treffen, berichtete die „New York Times“ in der Nacht auf heute unter Berufung auf US-Beamte.

Netanjahu hatte die Bedingungen der Hamas für eine Freilassung der Geiseln zuvor abgelehnt. Die Terrororganisation verlangte im Gegenzug ein Ende des Krieges, den Rückzug der israelischen Streitkräfte und den Fortbestand der Regierungsmacht der Hamas im Gazastreifen.

Netanjahu wandte sich zudem gegen Medienspekulationen, dass ein neuer Waffenstillstand in Arbeit sei. Die Hamas habe noch kein konkretes Angebot gemacht. „Ich sage das so deutlich, wie ich kann, weil es so viele falsche Aussagen gibt, die für Sie sicherlich quälend sind“, wurde Netanjahu vor den Angehörigen der Geisel zitiert.