RSO Wien präsentiert den finalen Mahler

Im Jahr des Geburtstagsregenten Anton Bruckner stehen Todesahnung und unvollendete neunte Symphonien im besonderen Fokus der Aufmerksamkeit. So auch, wenn das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter seiner Chefdirigentin Marin Alsop heute im Wiener Musikverein Gustav Mahlers letzte, eben neunte Symphonie aufführt.

„Die eine neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe“, wusste Arnold Schönberg, einer der glühendsten Verehrer dieser Arbeit Mahlers, die bereits komplett in die musikalische Moderne hineinführt und den Übergang zur „Neuen Musik“ bildet.

Alsops besonderes Verhältnis zu Mahler

Dass Alsop, die bereits heuer Mahlers Vierte im Konzerthaus dirigiert hatte, ein besonderes Verhältnis zu Mahler hat, mag an ihrem Lehrer und Mentor, Leonard Bernstein, liegen. Bernstein wird immer noch als einer der bedeutendsten Mahler-Dirigenten weltweit gehandelt. Mit Mahlers letzter vollendeter Symphonie setzt Alsop auch ein persönliches Zeichen: Zum ersten Mal dirigiert sie diese Symphonie in Wien.

Die Uraufführung der Neunten fand am 26. Juni 1912 in Wien unter der Leitung von Bruno Walter statt. Mahler war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr tot. War das Wiener Publikum von diesem Werk zur Zeit der Uraufführung überfordert, stellt die Neunte von Mahler, wie vielleicht auch im Fall seines Vorbilds Bruckner bei dessen Neunter, die konsequenteste Summe der kompositorischen Arbeit dar.