Trumps „Made in USA“-Handy kommt aus Asien

US-Präsident Donald Trump und seine Familie nutzen mitunter sein Amt auch für Geschäfte, so viel ist bekannt. Gestern verkündete das von den Söhnen Eric und Donald Jr. geführte Familienunternehmen, dass man künftig neben Immobilien und Kryptowährung auch Handys und Mobilfunkverträge verkaufen wolle. Der neue Geschäftsbereich heißt „Trump Mobile“ und bietet einen Handyvertrag mit Namen „Plan 47“ an, eine Anspielung auf Trump, den 47. Präsidenten der USA.

„In Vereinigten Staaten entwickelt und hergestellt“

Das dazugehörige Handy soll 499 Dollar kosten, in Gold gehalten sein, und auf dem Lockscreen soll ein „MAGA“-Schriftzug prangen. Das Modell „T1“ ist den Angaben zufolge ab August verfügbar.

„Es ist ein schlankes, goldenes Smartphone, das auf Leistung ausgelegt ist und mit Stolz in den Vereinigten Staaten für Kunden entwickelt und hergestellt wird, die von ihrem Mobilfunkanbieter das Beste erwarten“, heißt es auf der Website der Trump Organization.

Illustration von Trump Mobile
IMAGO/NurPhoto/Nikolas Kokovlis

Die Technikwebsite AppleInsider sieht das anders: Das Handy sei ein günstiges Android-Gerät aus China in neuer Verkleidung. Die meisten Komponenten, insbesondere Display, Kameras und Prozessor, müssten aus China importiert werden.

Die US-Firma Qualcomm, die den internen Prozessor beisteuere, lasse vorwiegend in Taiwan produzieren. „Das T1-Telefon mag in den USA modifiziert worden sein. Es wurde sicherlich nicht in den USA entwickelt oder zusammengebaut“, so AppleInsider gestern.

Präsentiert im Trump Tower

Hauptverantwortlich für das Handy ist laut Pressemitteilung nicht die Trump Organization, sondern ein Unternehmen namens T1 Mobile LLC, das den Namen „Trump“ auf Grundlage eines Lizenzvertrags nutzt.

Der Einstieg ins Mobilfunkgeschäft erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Trumps Regierung in Zollverhandlungen mit China steht – unter anderem mit Blick auf Exportkontrollen und Lieferketten für Halbleiter und andere Schlüsseltechnologien, die für die Herstellung von Smartphones essenziell sind. In Reden betont der Präsident immer wieder, Produkte müssten wieder in den USA gefertigt werden.