Loveparade-Veranstalter meidet Kontakt zu Opferfamilien

Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller hat eine Woche nach der Katastrophe von Duisburg noch keinen Kontakt zu den Opferfamilien aufgenommen. „Ich glaube, das wäre eine falsche Geste. In der jetzigen Phase der Trauer möchte ich nicht stören“, sagte Schaller der „Bild am Sonntag“ („BamS“). „Ich will keine Dinge machen, die von den Angehörigen als provozierend empfunden werden könnten.“ Zu einem späteren Zeitpunkt möchte sich Schaller nach eigenen Worten aber mit den Angehörigen der Opfer treffen.

Aufklärung „wichtigste Aufgabe“

Der Unternehmer sagte nun der „BamS“, er wolle sich vor Gesprächen mit den Hinterbliebenen zunächst auf die Aufklärung der Katastrophe konzentrieren: „Das ist jetzt meine wichtigste Aufgabe.“ Schaller kündigte an, sich der eigenen Verantwortung zu stellen: „Für mich ist erst einmal wichtig, aufzuklären, wer welche Verantwortung trägt. Und welche Verantwortung wir dabei haben. Und diese Verantwortung werden wir dann tragen. Auch ich persönlich.“

Bundespräsident für Hilfsfonds

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff forderte, „organisatorische Konsequenzen“ aus der Katastrophe zu ziehen. „In Zukunft muss sichergestellt sein, dass Kinder und Jugendliche bedenkenlos zu Großveranstaltungen fahren können“, sagte er der Zeitung. Wulff erinnerte zudem den heftig in der Kritik stehenden Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) an seine politische Verantwortung.

Frage nach dem „Warum“ bleibt

Auch nach der Trauerfeier in Duisburg ist vieles rund um die Katastrophe noch nicht geklärt. In der Bevölkerung wächst die Wut. Man will endlich Antworten auf die Frage nach dem „Warum“. Mittlerweile zeigt sich immer deutlicher, dass eine ganze Kette an Fehlern zu der Katastrophe geführt haben dürfte.

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