Nach Großrazzia: Stadt in Brasilien „führungslos“

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Die brasilianische Polizei hat in der 200.000-Einwohner-Stadt Dourados nahezu die komplette Stadtführung festgenommen. Der Grund: massiver Korruptionsverdacht. Neben dem Bürgermeister und dessen Stellvertreter traf es nach Medienberichten von gestern auch den Stadtkämmerer, den Chef der Verwaltung, den Präsidenten des Stadtparlamentes sowie acht der zwölf Stadträte.

Insgesamt wurden bei der „Operacao Uragano“ (Operation Orkan) im Bundesstaat Mato Grosso do Sul 28 Personen abgeführt, darunter neben Unternehmern auch die Ehefrau des Bürgermeisters. Die Haftdauer beträgt zunächst fünf Tage, kann aber verlängert werden. Im Haus des Bürgermeisters fanden die Beamten rund 146.000 Reais (etwa 65.000 Euro).

Die Funktionäre und Parlamentarier sollen in ein weit verzweigtes Betrugssystem verwickelt sein, bei dem Ausschreibungen mit Schmiergeldern manipuliert worden sein sollen. Ihnen wird den Medienberichten zufolge die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.