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Kein „grüner Anstrich“

Der deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer berät künftig den Rewe-Konzern. Der ehemalige Politiker solle die Nachhaltigkeitsstrategie des Handels- und Touristikkonzerns entwickeln, teilte das Unternehmen am Montag in Mainz mit.

Die Beraterfirma des grünen Politikers, Joschka Fischer & Co., solle die Firma künftig dabei unterstützen, Umwelt und Ressourcen zu schützen, grüne Produkte zu fördern und Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft zu übernehmen.

Joschka Fischer

Reuters

Will bei Rewe nicht „grüner Anstrich“ sein.

Zu Rewe gehören neben den gleichnamigen Supermärkten in Deutschland auch die Discount-Kette Penny, die Toom-Baumärkte und der Elektronikanbieter ProMarkt. Zum Reisezweig der Firma zählen unter anderem ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg und Dertour. In Österreich sind die Einzelhandelsketten Adeg, Billa und Bipa Teil des Rewe-Konzerns.

Rewe in Österreich Einzelhändler Nummer eins

In Österreich ist Rewe seit der Adeg-Übernahme ohnedies der größte Player auf dem Markt der Ketten im Einzelhandel. Rewe hat in Österreich im vergangenen Jahr die Spar-Gruppe (Spar, Interspar, Eurospar, Maximarkt, Hervis) knapp überholt und ist laut RegioData-Studie sowohl von der Fläche als auch vom Umsatz sowie Anzahl der Geschäfte her der größte Einzelhandelskonzern in Österreich. Rewe beansprucht eine Verkaufsfläche von rund 1,12 Millionen Quadratmeter und hat fast 2.500 Outlets. Spar kommt auf eine Fläche von 1,08 Millionen Quadratmeter und verfügt über mehr als 1.500 Geschäfte, so RegioPlan.

„Strategische Orientierung“

Joschka Fischer wehrte sich gegen den Vorwurf, nur als Aushängeschild zu dienen. Rewe suche mehr als nur einen „grünen Anstrich“. „Es handelt sich hier um eine strategische Orientierung, die letztendlich auf ökologische Glaubwürdigkeit gründen muss, und eben nicht um eine Werbeaktion“, sagte der einstige Vizekanzler der rot-grünen Bundesregierung.

Mit seinem Freund und Geschäftspartner Dietmar Huber, dem ehemaligen Fraktionssprecher der Grünen im Bundestag, gründete Fischer im Vorjahr die Firma „Joschka Fischer & Company“. Zu den Kunden von Joschka Fischer & Co. gehören Siemens, BMW und der Energiekonzern RWE, den Fischer beim Bau der Gaspipeline Nabucco berät.

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