Zwei Drittel der Österreicher fühlen sich als Mittelständler

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Zwei Drittel der Österreicher finden, dass sie zum Mittelstand gehören. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) hervor, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden. Bei der Frage, wie der Mittelstand zu definieren ist, würde rund die Hälfte der rund 1.000 Studienteilnehmer vor allem „materielle Kriterien“ anlegen - also etwa Einkommen oder Wohlstand.

Der vielbeschworene Mittelstand ist ja eine von Parteien gerne umworbene Gruppe. Wer aber alles dazugehört, darüber scheiden sich die Geister. In Österreich ist er, zumindest laut den IFT-Umfrageergebnissen, ganz offensichtlich ein Massenphänomen: 65 Prozent bejahten die Frage, ob sie sich „dem Mittelstand bzw. der Mittelschicht“ zugehörig fühlten. 22 Prozent konnten keine Aussage treffen, nur 13 Prozent gaben an, sich dezidiert nicht in der Mittelschicht zu sehen.

Niemand sieht sich als Arbeiter

Generell sind bekennende Mittelständler eher berufstätig - 69 Prozent der im Erwerbsleben stehenden Personen würden sich dort verorten, bei den leitenden Angestellten und Beamten sind es 80 Prozent. Dafür war für die Meinungsforscher weit und breit keine Arbeiterklasse zu sehen, denn auch 61 Prozent der Arbeiterklasse finden, sie seien Mittelschicht.

Auch Bildung hat Einfluss auf die Selbsteinschätzung, denn 76 Prozent der Maturanten oder Uni-Absolventen pro Mittelschicht stehen 53 Prozent der Befragten mit Pflichtschulabschluss gegenüber.

Nicht berufstätige Personen zählen sich insgesamt etwas seltener zum Mittelstand, nämlich zu 60 Prozent. Auffällige Ausnahme sind hier die Hausfrauen (und ein paar Hausmänner): Sie gaben zu 82 Prozent an, sich der Mittelschicht zugehörig zu fühlen.

Geht es um die Definition des Mittelstands, plädieren 47 Prozent dafür, materielle Kriterien anzulegen. 24 Prozent würden inhaltliche Kriterien hinzuziehen - darunter versteht das IFT zum Beispiel den Beruf oder die Ausbildung -, 18 Prozent „indirekt materielle Kriterien“, die eher den Lebensstil beträfen. Als Beispiel dafür werden etwa der Besitz von Gütern, die den eigenen Lebensstil unterstreichen, also etwa ein PKW einer bestimmten Marke oder ein der persönlichen Werthaltung entsprechendes Eigenheim.