Schüssel junktimierte Olympiabewerbung mit Eurofightern

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Im Zuge der Bewerbung Salzburgs für die Olympischen Winterspiele 2014 soll es nicht nur zu dubiosen Geldflüssen, sondern auch zu kuriosen Politikerübereinkünften gekommen sein.

Der ehemalige ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel soll 2005 weitreichende finanzielle Hilfe für die Bewerbung an eine Bedingung geknüpft haben: Salzburgs SPÖ-Bürgermeister Heinz Schaden habe sich verpflichten müssen, für die Eurofighter einzutreten, das berichtete der „Kurier“ (Donnerstag-Ausgabe) in Berufung auf Aussagen des ehemaligen Sportstaatssekretärs Karl Schweitzer (FPÖ/BZÖ).

Schüssel und Schaden dementieren nicht

„Ich weiß es noch genau. Die ganze Partie mit Bundeskanzler Schüssel an der Spitze war in Salzburg. Es wurde der Vertrag unterschrieben, in dem sich der Bund verpflichtete, für Olympia zu bezahlen. Schüssels Bedingung aber war, dass Salzburgs Bürgermeister Schaden in absehbarer Zeit für die Abfangjäger eintreten müsse“, sagte Schweitzer der Zeitung. Tatsächlich hatte Schaden 2006 entgegen der SPÖ-Linie die Eurofighter verteidigt.

„Wer A sagt, nämlich Neutralität, muss auch B sagen, nämlich diese Neutralität im Ernstfall auch verteidigen zu können. Da kann sich die SPÖ ebenso wenig drum herumschwindeln wie die Grünen. Österreich muss in jedem Fall Abfangjäger kaufen, um seine Neutralität zu verteidigen“, so Schaden damals. Gegenüber dem „Kurier“ dementierten weder Schüssel noch Schaden die Aussagen Schweitzers.