Massenvergewaltigungen: UNO kritisiert Kongo scharf

Nach den Massenvergewaltigungen von Frauen und Kindern in der Demokratischen Republik Kongo hat der UN-Sicherheitsrat die Regierung des Landes scharf kritisiert. In einer gestern in New York veröffentlichten Erklärung heißt es, die „Straflosigkeit“ für solche Taten müsse beendet werden. Die Regierung in Kinshasa wies die Kritik zurück.

Die Schuldigen müssten umgehend gefasst und wegen „schwerer Verletzungen“ der Menschenrechte angeklagt werden, forderte der UN-Sicherheitsrat. Auch müsse die Regierung die Gewalttaten verurteilen und den Opfern Hilfe zukommen lassen.

In 13 Dörfern in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu waren laut UNO Ende Juli und Anfang August binnen vier Tagen 242 Frauen und Kinder vergewaltigt worden. Außerdem sollen sich im Laufe des Augusts etwa 260 weitere Vergewaltigungen in anderen Teilen von Nord-Kivu und in der Provinz Süd-Kivu ereignet haben.

„Vergewaltiger bereits eingekesselt“

„Die kongolesische Regierung hat nicht auf die Zurechtweisung des Sicherheitsrates gewartet, um ihre Arbeit zu machen“, sagte Regierungssprecher Lambert Mende der Nachrichtenagentur AFP. Die in Kivu stationierten Einheiten der Armee hätten die „Gruppen der Vergewaltiger“ bereits eingekesselt.

Die UNO macht Rebellen und eine örtliche Miliz für die Vergewaltigungen verantwortlich, musste aber eigene Fehler einräumen, weil in dem Land stationierte Blauhelmsoldaten nicht einschritten. Der Vizegeneralsekretär für UN-Friedensmissionen, Atul Khare, sagte, die Soldaten der UN-Friedensmission MONUSCO hätten auf die Rebellenangriffe „nicht angemessen“ reagiert und seien „gescheitert“.