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Winterkorn hat Piechs Rückhalt

Martin Winterkorn ist als VW-Chef fest im Sattel. Die Verlängerung seines Vertrags zeichnet sich ab und er selbst kann sich sogar vorstellen, irgendwann den derzeitigen Aufsichtsratschef Ferdinand Piech zu beerben. Wichtigste Voraussetzung dabei: Rückhalt bei Piech.

Noch kann Winterkorn offenbar auf die volle Unterstützung der VW-Überfigur zählen. Dass sich das schnell ändern kann, zeigte allerdings eine Vielzahl von vormaligen Piech-Proteges, die - einmal unliebsam geworden - ebenso schnell aus Spitzenpositioen des VW-Konzerns entfernt wurden, wie sie von Piech installiert worden waren.

Auch Winterkorn weiß das. Noch sei „das Amt des Kronprinzen nicht besetzt“, meinte er zuletzt gegenüber dem deutschen „Handelsblatt“ und lobte dabei die Qualitäten und die Erfahrung des zehn Jahre älteren Piech über den grünen Klee. Außerdem verwies er wohl nicht zufällig auf die Gemeinsamkeit der „Technikbesessenheit“ der beiden.

Zwei „Produktmänner“ auf Linie

Winterkorn kommt aus der technischen Ecke der Autobranche und hat damit bei Piech auf jeden Fall bessere Karten als jemand, der aus dem Managementbereich käme. „Ein Autounternehmen muss von einem Produktmann gelenkt werden“, insistierte Winterkorn im Interview. Bei VW gingen viele Dinge schneller und besser, weil sich der Vorstand auch technisch nichts vormachen lasse.

Eine reine Finanzholding wie bei US-Wettbewerbern werde es bei VW nicht geben, so Winterkorn. Das Beispiel General Motors zeige, warum. Marken und Fahrzeuge hätten dort eine untergeordnete Rolle gespielt. Unerwähnt lässt Winterkorn dabei, dass umgekehrt gerade technische „Liebhabereien“ mit nur begrenztem wirtschaftlichen Sinn, in die sich Piech seinerzeit als VW-Chef verrannt hatte, den VW-Konzern teuer zu stehen kamen.

Vertragsverlängerung steht bevor

Es gehe ihm darum, Kontinuität bei VW zu sichern, sagte der 63-jährige Winterkorn. Sein Vertrag als VW-Chef läuft noch bis Ende 2011. Es gilt aber als weitgehend sicher, dass er im Herbst um drei Jahre verlängert wird. Auch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wollen das. Was die fernere Zukunft angeht, ließ Winterkorn durchblicken, dass er sich vorstellen könnte, als Nachfolger von Piech Chefaufseher im Konzern zu werden. „Wenn es so weit sein soll, kann ich mir eine solch beratende Rolle auch vorstellen.“

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