Afghanistan-Wahl: Betrug „in vielen Formen“

Bei der von Gewalt überschatteten Parlamentswahl in Afghanistan ist es nach Angaben von Wahlbeobachtern zu Betrug in unterschiedlichsten Formen gekommen. Die „Free and Fair Election Foundation of Afghanistan“ (FEFA) bemängelte heute in Kabul unter anderem die Abgabe gefälschter Stimmen, Stimmabgaben von Minderjährigen und Mehrfach-Stimmabgaben einzelner Wähler in zahlreichen Wahllokalen.

Die FEFA stellte mit 7.000 Mitarbeitern die meisten Wahlbeobachter am Wahltag. Bereits nach Schließung der Wahllokale am Samstag hatte die FEFA mitgeteilt, sie habe wegen der vielen Unregelmäßigkeiten „ernste Sorgen über die Qualität der Wahl“.

Sicherheit war größte Herausforderung

Der FEFA-Vorsitzende Nader Naderi sagte nun: "Betrug nahm viele Formen an." Regionale Machthaber und ihre Unterstützer hätten Wähler bedroht und den Wahlprozess beeinflusst. Die größte Herausforderung sei die Sicherheitslage gewesen.

Die FEFA registrierte am Wahltag 276 gewaltsame Zwischenfälle. Die Regierung hatte 305 Anschläge und Angriffe verzeichnet, die Internationale Schutztruppe ISAF gab diese Zahl mit mehr als 400 an. Die Taliban hatten angekündigt, die Wahl gewaltsam zu stören.