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Deutlich weniger Kosten

Seit Beginn dieses Monats gibt es eine neue Form des Strafvollzugs: Hausarrest, überwacht per elektronischer Fußfessel. Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten zum Hausarrest, der in bestimmten Fällen die Haft ersetzen soll.

Die elektronische Fußfessel gleicht einer überdimensionalen Armbanduhr, die am Fußgelenk angebracht wird. Bei der elektronischen Überwachung muss der Häftling zu bestimmten Zeiten zu Hause sein. Die Anwesenheit wird technisch kontrolliert, wobei eine stationäre Einheit ständig mit einem Server verbunden ist und mit einem Kunststoffband am Fußgelenk kommuniziert.

Bei allen nicht richterlich genehmigten Ausgängen - zu letzterem gehören im Wesentlichen Arztbesuche und das Aufsuchen des Arbeitsplatzes - oder bei Manipulationsversuchen wird sofort Alarm geschlagen.

Wer kommt dafür überhaupt infrage?

Es können nur Personen eine Fußfessel beantragen, die maximal zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt worden sind oder deren noch abzusitzender Strafrest maximal zwölf Monate beträgt. Generell ausgenommen sind Personen im Maßnahmenvollzug und Sexualstraftäter. Neben dem Strafausmaß muss der Täter auch eine Reihe von sozialen Bedingungen erfüllen.

Voraussetzung sind ein Arbeitsplatz mit zumindest 30 Wochenstunden und eine Wohnmöglichkeit. Die Fußfessel ist auch für Untersuchungshäftlinge anwendbar. Der elektronisch überwachte Hausarrest bedarf der Zustimmung des Betroffenen und bei ihm wohnhafter Familienangehöriger.

Welche Vorteile hat die Fußfessel?

Die Einführung sollte nicht nur eine Entlastung für den Strafvollzug, der derzeit zu 98,71 Prozent belegt ist, sein, sondern auch Vorteile bei der Resozialisierung der Straftäter bringen. Nicht zuletzt kommt ein elektronisch überwachter Häftling den Staat billiger.

Während laut Justizministerium ein Hafttag pro Häftling 100 Euro kostet, schlägt sich die Fußfessel mit 50 Euro pro Person nieder, wobei die Kosten für Technik und Überwachungspersonal darin inkludiert sind. Das Ministerium geht davon aus, dass jährlich 300 bis 500 Häftlinge mit entsprechender Überwachung nach Hause geschickt werden können.

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