Massenvergewaltigungen: Milizchef im Kongo festgenommen

Im Zusammenhang mit den Massenvergewaltigungen von Frauen und Kindern in der Demokratischen Republik Kongo ist ein Milizenführer festgenommen worden.

Colonel Mayele sei gestern im Osten des Landes aufgegriffen worden, hieß es von der UNO-Friedensmission MONUSCO. Mayele ist Anführer der örtlichen Miliz Mai-Mai Cheka. Die Angehörigen der Miliz sollen nach UNO-Angaben in der Provinz Nord-Kivu gemeinsam mit Rebellen der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR) bis zu 500 Frauen und Kinder vergewaltigt haben.

„Sieg für die Gerechtigkeit“

Mayele wurde nach Angaben der MONUSCO bei einem „Militäreinsatz“ der UNO-Friedensmission in Zusammenarbeit mit der kongolesischen Militärjustiz festgenommen. Die UNO-Sondergesandte gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen, Margot Wallström, begrüßte die Festnahme als „Sieg für die Gerechtigkeit“. Das gelte besonders für die zahlreichen Frauen, die Vergewaltigungen und andere Formen der sexuellen Gewalt erlitten hätten, erklärte sie in der Hauptstadt Kinshasa.

In 13 Dörfern in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu waren laut UNO Ende Juli und Anfang August binnen vier Tagen 242 Frauen und Kinder vergewaltigt worden. Außerdem sollen sich im August etwa 260 weitere Vergewaltigungen in anderen Teilen von Nord-Kivu sowie in der Provinz Süd-Kivu ereignet haben. Die UNO musste eigene Fehler einräumen, weil in dem Land stationierte Blauhelmsoldaten nicht einschritten.