Ecuador: Haftbefehle gegen 308 Polizisten

Nach der Meuterei von Teilen der ecuadorianischen Polizei sind Haftbefehle gegen 308 Polizisten ausgestellt worden. 55 Beamte seien bereits verhaftet worden, teilten die Behörden gestern mit. Die anderen Haftbefehle seien noch nicht vollstreckt worden.

Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen Gefängnisstrafen zwischen einem und sechs Jahren. Während der Meuterei am vergangenen Donnerstag waren mindestens acht Menschen getötet und 278 verletzt worden. Die Polizisten hatten gegen befürchtete Gehaltseinbußen rebelliert.

Polizisten griffen Präsidenten an

Ecuadors Präsident Rafael Correa war von wütenden Polizisten angegriffen und mehrere Stunden in einem Krankenhaus festgehalten worden. Anschließend hatte er schwere Vorwürfe erhoben. Es habe sich um einen versuchten Putsch gehandelt, bei dem nicht genannte Hintermänner die meuternden Polizisten benutzt hätten, um ihn und andere Regierungsmitglieder umzubringen. Zudem hätten die Geheimdienste versagt, weil sie ihn nicht vor dem Unmut in den Reihen der Polizei gewarnt hätten.

Der einzige Zivilist, der bei den Unruhen festgenommen wurde, ist Fidel Araujo. Er gehört der Partei des früheren Präsidenten Lucio Gutierrez (2003-2005) an. Araujo bestreitet eine Beteiligung an der Meuterei. Auch Gutierrez hatte jede Verbindung zu der Rebellion abgestritten.