Pakistan sieht keine Rechtfertigung für US-Drohnenangriffe

Pakistan hat gegen die US-Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Aufständische auf seinem Gebiet protestiert. Es gebe „keine Rechtfertigung“ für die Einsätze, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad heute vor Journalisten. Pakistan habe für diese „kontraproduktiven Angriffe“ der US-Armee „kein Verständnis“, da sie die Souveränität des Landes verletzten. Die US-Drohneneinsätze im pakistanisch-afghanischem Grenzgebiet hatten in den vergangenen Wochen stark zugenommen.

„Wir hoffen, dass die USA ihre Politik überdenken“, sagte Außenamtssprecher Abdul Basit. Nach Einschätzung des pakistanischen Botschafters in den USA, Hussein Haqqani, stehen die Angriffe im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Anschlagsplänen des Terrornetzwerks Al-Kaida in Europa. Die Drohnenangriffe dienten jedoch nicht den „größeren strategischen Interessen“ Pakistans im Kampf gegen Aufständische und Terroristen, so Basit.

Erst gestern waren durch Angriffe der unbemannten Flugkörper in der pakistanischen Stammesregion Nordwaziristan acht Menschen getötet worden. Seit Anfang September flogen die USA insgesamt 26 Drohnenangriffe, dabei wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens 149 Menschen getötet.