Afghanistan: 170 Kandidaten unter Wahlbetrugsverdacht

Knapp einen Monat nach der Parlamentswahl in Afghanistan stehen mehr als 170 Kandidaten unter dem Verdacht des Wahlbetrugs. Wie ein Sprecher der Wahlbeschwerdekommission (EEC) gestern mitteilte, wurden die Vorwürfe gegen sie von der Unabhängigen Wahlkommission (IEC) und von den Sicherheitsbehörden erhoben.

25 der 175 Verdächtigen sind demnach Abgeordnete, die sich zur Wiederwahl gestellt hatten. Sollten sich Fälle von Wahlbetrug bestätigen, würden die Stimmen der betreffenden Kandidaten für ungültig erklärt, sagte der EEC-Sprecher. Ihnen drohe dann ein Prozess.

Der Urnengang am 18. September war von schweren Betrugsvorwürfen und von Gewalt der radikalislamischen Taliban begleitet worden. Nach Angaben der EEC gingen bisher mehr als 4.100 Beschwerden zum Wahlablauf ein. Sollten sie sich als berechtigt erweisen, könnten sie Einfluss auf das Endergebnis haben, das für Ende Oktober erwartet wird.