Giftschlamm: Laut Greenpeace erhöhte Feinstaubwerte

Die Feinstaubbelastung im vom Giftschlamm verseuchten Katastrophengebiet in Westungarn ist laut Greenpeace deutlich erhöht. Erste Messungen mit mobilen Geräten ergaben in der Ortschaft Devecser Werte zwischen 60 und 300 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und darf nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

38 chemische Elemente in Giftschlamm

Der Giftschlamm aus dem geborstenen Becken der Aluminiumfabrik im westungarischen Komitat Veszprem enthält insgesamt 38 chemische Elemente, wie eine Untersuchung von Greenpeace ergab. Fünf davon - nämlich Arsen, Quecksilber, Cadmium, Antimon und Nickel - seien für Menschen, Tiere und Umwelt besonders gefährlich.

Mit 220.000 Mikrogramm pro Kilo ist Eisen der am meisten vertretene Stoff im Giftschlamm, gefolgt von Silizium (98.000 mg/kg), Aluminium (72.000 mg/kg), Kalzium (67.000 mg/kg) und Natrium (41.000 mg/kg).

Hohe Arsenkonzentration

Von der Menge her zwar gering, dafür umso giftiger sind zum Beispiel Bestandteile wie Quecksilber (1,3 mg/kg), Cadmium (7 mg/kg), Nickel (270 mg/kg), Antimon (40 mg/kg) und Arsen (130 mg/kg). Letzteres macht in der vorgefundenen Konzentration den Umweltschützern besonders große Sorgen.

„Es ist die aus unserer Sicht kritischste Verunreinigung“, analysierte Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster die Ergebnisse des „Elementscreenings“. Abermals übte die Umweltschutzorganisation Kritik an den ungarischen Behörden, die bis dato keinerlei Analyseergebnisse veröffentlicht hätten.

Aluminiumwerk unter Zwangsverwaltung

Die ungarische Regierung stellte unterdessen den Aluminiumkonzern MAL, der für das Unglück verantwortlich ist, unter staatliche Kuratel. Ein am Vortag vom Parlament verabschiedetes Gesetz räumt dem Regierungskommissar bei MAL weitgehende Durchgriffsrechte ein. Das Unternehmen gehört ungarischen Geschäftsleuten.