Neurologen: Gewalt im TV lässt Teenager abstumpfen

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Männliche Teenager laufen einer Untersuchung von Hirnforschern zufolge Gefahr, durch den häufigen Konsum gewalthaltiger Fernsehsendungen oder Videos emotional abzustumpfen.

In einer Studie, die das britische Fachmagazin „Social Cognitive and Affective Neuroscience“ heute auf seiner Website veröffentlichte, verzeichneten die Forscher umso weniger Aktivität in der für emotionale Reaktionen zuständigen Hirnregion, je mehr Gewaltbilder die Jugendlichen ansahen.

Diese Hirnregion funktioniere normalerweise als „Bremse“ für aggressives Verhalten, sagte der US-Wissenschaftler Jordan Grafman. Wenn diese wegfalle, steige die Gefahr, Aggressivität als angemessenes Verhalten zu akzeptieren.

22 Teenager beobachtet

Für ihre Untersuchung beobachteten die Forscher die Hirnaktivität von 22 Burschen per funktionelle Magnetresonanztomographie. Den Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren wurden dabei Videoszenen gezeigt, die von einer Gruppe weiterer Teenager zuvor als wenig, mittel oder stark gewalttätig eingestuft worden waren.

Je länger die Jugendlichen dabei die am stärksten gewalthaltigen Sequenzen ansahen, desto niedriger fiel ihre Reaktion im Orbitofrontalen Kortex (OFC) aus, dem im Gehirn eine wichtige Rolle bei emotionalen Reaktionen zukommt. Bei weniger stark gewalthaltigen Szenen ließ sich dieser Effekt nicht beobachten.