Google-Street-View-Autos zeichneten auch E-Mails auf

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Google hat neuen Ärger mit dem Onlinestraßenatlas Street View. Bereits im Mai musste der Konzern einräumen, dass die Kamerawagen bei ihren Fahrten unverschlüsselte Daten aus drahtlosen Internetnetzen aufzeichneten.

Nun wurde bekannt, dass auch unverschlüsselt verschickte E-Mails und Passwörter darunter waren. Das hätten Behördenuntersuchungen ergeben, teilte Google am Freitag in einem Blogeintrag mit.

„Wir sind beschämt“

„Wir sind beschämt darüber, was passiert ist“, schrieb Google-Manager Alan Eustace in dem Blogeintrag. „Wir wollen diese Daten so schnell wie möglich löschen und ich möchte mich erneut dafür entschuldigen, dass wir sie überhaupt aufgezeichnet haben.“

Der Konzern hat angekündigt, seine Datenschutzvorkehrungen auszubauen. Eine neue Position mit Zuständigkeit für Datenschutz - „Director of Privacy“ - wurde geschaffen, um die Einhaltung der Privatsphäre bei der Entwicklungsarbeit und im Produktmanagement zu überwachen. Außerdem werde die Kontrolle beim Umgang mit Nutzerdaten verschärft.

Zwangspause in Österreich

Die Kameraautos hatte Google noch im Mai von der Straße genommen. In einigen Ländern sind sie nun wieder unterwegs - jedoch ohne WLAN-Empfänger, wie der Konzern betont.

In Österreich sind die Aufnahmen auf Geheiß der Datenschutzkommission vorerst unterbrochen, wann die Kamerawagen wieder auf die Straßen kommen, ist nicht bekannt.