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Racheakt als Hintergrund vermutet

Weiter keine Enstpannung im mexikanischen Drogenkrieg: Nach dem blutigen Überfall auf ein Fest in der Grenzstadt Ciudad Juarez am Samstag wurde am Tag darauf auch eine Entziehungsklinik nahe Tijuana Ziel eines Killerkomandos. Gleich mehrere Passanten starben zudem bei einer Schießerei in Saltillo.

Allein bei dem Angriff auf die Rehaklinik starben nach Angaben 13 Menschen. Laut Polizei gingen die Killer in der Klinik planmäßig vor und wählten ihre Opfer, die sich wie bei einer Hinrichtung vor einer Mauer aufstellen mussten, gezielt aus. Auch wenn nach Angaben der Polizei das Motiv für die Tat noch unklar ist, wird ein Racheakt der Drogenkartelle als Hintergrund vermutet.

„Das ist erst der Anfang“

Darauf verweist etwa die Drohung der Täter via gekaperten Polizeifunk, dass noch weitere Morde folgen werden. Demnach sei das „erst der Anfang“ gewesen und es werde über 130 Tote geben, was als Anspielung auf die erst vor wenigen Tagen in Tijuana beschlagnahmte Rekordmenge Marihuana gedeutet wurde.

Bereits nach dem Überfall in Ciudad Juarez, bei dem 14 Menschen im Alter zwischen 13 und 32 Jahren von Vermummten getötet und 19 weitere verletzt wurden, habe es Hinweise auf eine Racheaktion gegeben.

Nicht erster Überfall auf Jugendliche

Der Überfall auf die Geburtstagsfeier habe laut Behörden eindeutig die Handschrift der Kartelle getragen. Die Täter drangen demnach in das Haus im entlegenen Stadtteil Horizontes del Sur ein und eröffneten das Feuer auf die Jugendlichen. Von der Polizei wurden am Tatort über 70 aus Sturmgewehren stammende Patronenhülsen gefunden.

Über 28.000 Tote

In Mexiko liefern einander Drogenkartelle brutale Kämpfe um die Vorherrschaft auf dem Rauschgiftmarkt. Seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen den Drogenhandel im Dezember 2006 starben mehr als 28.000 Menschen. Die Regierung unter Präsident Felipe Calderon setzt im Kampf gegen die Drogenbanden zur Unterstützung der Polizei mehr als 50.000 Soldaten ein.

Im Norden Mexikos gab es in den vergangenen Monaten gleich mehrere ähnliche Gewaltverbrechen. Erst im Juli wurden in der Stadt Torreon 18 Gäste einer Party erschossen. In Ciudad Juarez wurden Ende Jänner 16 jugendliche Partygäste getötet, Mitte Juni kamen zudem 19 Menschen bei einem Überfall auf eine Drogenentzugsklinik ums Leben.

Tote bei Schießerei in Acapulco

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am Sonntag im nordmexikanischen Saltillo, wo bei einer Schießerei zwischen Bewaffneten und Sicherheitskräften drei unbeteiligte Passanten getötet wurden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Opfern um einen 14-Jährigen und zwei Frauen im Alter von 18 und 47 Jahren. Die Bewaffneten hätten aus zwei Fahrzeugen einen Konvoi von Polizisten und Soldaten beschossen.

Drei Tote hatte bereits am Samstag eine Schießerei zwischen zwei rivalisierenden Banden in der Touristenhochburg Acapulco gefordert. Zuvor hatte die Polizei in den frühen Morgenstunden in einer abgelegenen Gegend der Stadt zudem die Leichen von sechs Männern gefunden.

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