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Rekorddrogenfund in Tijuana

Vergangene Woche haben Sicherheitskräfte in der nordmexikanischen Grenzstadt Tijuana 134 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. Der als empfindlicher Schlag gegen die Drogenkartelle gefeierte Rekordfund wurde von Behörden als „historisch“ bezeichnet und im Anschluss medienwirksam vernichtet.

Wie die Zeitung „El Universal“ unter Berufung auf den Sprecher des Präsidentenamtes, Alejandro Poire, berichtete, konnten die 15.000 Päckchen unmittelbar vor deren Abtransport in die USA sichergestellt werden.

Drogen werden verbrannt

Reuter/Jorge Duenes

Das sichergestellte Marihuana wurde medienwirksam verbrannt.

Verdächtiger Konvoi

Den Fahndern war nach Behördenangaben ein verdächtiger Konvoi von drei Lastwagen aufgefallen. Später wurden in einem Lagerhaus weitere sechs Transporter mit dem Rauschgift gefunden, das in die USA gebracht werden sollte. Zum Vergleich: In den zwölf Monaten zuvor waren in ganz Mexiko insgesamt 205 Tonnen Marihuana sichergestellt worden.

Bei der gemeinsamen Operation von Polizei und Armee kam es zu einem Feuergefecht. Dabei wurden ein Polizist und ein mutmaßlicher Drogenschmuggler verletzt. Insgesamt seien elf Verdächtige festgenommen worden, hieß es in ersten Behördenberichten. Bei anschließenden Durchsuchungen wurde in zwei Verstecken weiteres Rauschgift gefunden. Das Militär benötigte vier Stunden, um die Ware abzutransportieren.

Homer Simpson auf Marihuanapaketen

Nach Angaben von Alfonso Duarte Mujica, dem Kommandanten des Militärbezirks, war noch nicht klar, welchem Kartell die Drogen gehörten. Die Schmuggler seien wegen der erhöhten Kontrollen in Tijuana offenbar nicht in der Lage gewesen, die Ware fortzuschaffen oder in die USA zu transportieren. Wie die Zeitung „Reforma“ am Dienstag berichtete, sollten die weißen, roten, gelben und blauen Pakete an verschiedene Bestimmungsorte gehen, einige waren mit einem Bild der Comicfigur Homer Simpson versehen.

Laut Poire gehörten die Drogen dem Kartell des Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman. Der Sprecher bezeichnete den Fund als historisch, da noch nie eine so große, abgepackte Menge sichergestellt worden sei. Den größten Drogenfang bisher machte die mexikanische Polizei 1984 im nördlichen Bundesstaat Chihuahua, wo von den Fahndern auf einer Ranch 6.000 Tonnen Marihuana konfisziert wurden.

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