Ilisu-Staudammprojekt: Umsiedlungen beginnen

In der Türkei beginnt die Umsiedlung von mehreren zehntausend Menschen im Einzugsgebiet des umstrittenen Staudammprojekts Ilisu in Südostanatolien.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan übergibt am Sonntag die Häuser eines neu errichteten Dorfes an die Bewohner der Ortschaft Ilisu, die dem Staudamm am Tigris seinen Namen gab und die im Stausee versinken wird, wie türkische Medien heute meldeten.

Deutschland, Österreich und die Schweiz lehnten im Vorjahr Kreditbürgschaften für das Ilisu-Projekt ab, weil die Türkei nach ihrer Einschätzung gegen zahlreiche Auflagen zur sozial verträglichen Umsiedlung der Betroffenen sowie zum Schutz von Umwelt und Kulturgütern verstoßen hatte.

Die Türkei beschloss anschließend, das Projekt in Eigenregie voranzutreiben. Das Projekt kostet 1,2 Milliarden Euro, der rund 130 Meter hohe und fast zwei Kilometer lange Damm soll im Jahr 2013 fertiggestellt sein. Umweltschützer wehren sich seit Jahren gegen das Projekt, durch das unter anderem auch die alte Stadt Hasankeyf im See versinken wird.