Todesurteil in Pakistan: Kritik an Blasphemiegesetz

Nach dem Todesurteil für eine Christin in Pakistan hat der pakistanische Minister für Minderheiten eine Überprüfung des umstrittenen Blasphemiegesetzes gefordert. Der ebenfalls christliche Minister Shahbaz Bhatti sagte der Nachrichtenagentur dpa heute in Islamabad: „Das Blasphemiegesetz wird missbraucht.“

Am Montag hatte ein Strafgericht im Distrikt Nankana Sahab in der zentralpakistanischen Provinz Punjab die 45-jährige Christin Asia B. zum Tode durch den Strang verurteilt. Ihr wird vorgeworfen, sich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Es ist das erste Todesurteil gegen eine Frau unter dem Blasphemiegesetz. Menschenrechtsgruppen kritisierten das Urteil scharf.

Bhatti sagte: „Ich hoffe, dass das Urteil von einer höheren Instanz gekippt wird." Er habe sein Ministerium angewiesen, die Christin juristisch zu unterstützen. Zum Blasphemiegesetz sagte er: "Menschen nutzen dieses Gesetz, um Rechnungen untereinander zu begleichen und politisch oder religiös motivierte Rache zu üben.“