Seltene Ehre: Obama vergab „Medal of Honor“ an Lebenden

Amerika hat einen neuen Helden. Erstmals seit 34 Jahren hat ein lebender US-Soldat für Leistungen in einem laufenden Krieg die höchste militärische Auszeichnung seines Landes erhalten.

US-Präsident Barack Obama vergab die „Medal of Honor“ (Ehrenmedaille) für eine Heldentat im Afghanistan-Krieg an den Heeresunteroffizier Salvatore Giunta. Der 25-Jährige schaffte es damit am Mittwoch auf die Titelseiten der größten Zeitungen und in alle Nachrichtensendungen.

„So demütig wie heldenhaft“

In einer feierlichen Zeremonie im Weißen Haus in Washington schwärmte Obama von dem Soldaten, „der so demütig wie heldenhaft“ sei. Der junge Frontkämpfer habe sich vor drei Jahren bei einem Talibanangriff auf seine Einheit in Ostafghanistan in den feindlichen Kugelhagel geworfen, um seine Kameraden zu schützen. Dabei sei er selbst in der Brust getroffen, aber von einem Schutzanzug gerettet worden.

Giunta habe zudem einen verwundeten Soldaten unter Einsatz seines Lebens aus den Händen der Aufständischen befreit und sich aufopfernd um ihn gekümmert, bis Hilfe kam. Der Kamerad, sein bester Freund in der Einheit, sei wenig später dennoch gestorben. Bei der Attacke waren mehrere US-Soldaten ums Leben gekommen.

Zuletzt 1976

Bisher wurde die Tapferkeitsmedaille für besondere Leistungen im Afghanistan-Krieg und im jüngst beendeten Irak-Kampfeinsatz siebenmal nur posthum vergeben. Dass noch lebende Soldaten die Auszeichnung erhalten, kam zuletzt 1976 vor, als drei Armee-Angehörige während des Vietnam-Konfliktes mit der „Medal of Honor“ geehrt wurden.