Notstand in Guinea: Weitere Gewalt befürchtet

Nach dem Tod von mindestens sieben Menschen bei Unruhen infolge der Präsidentschaftswahl ist im westafrikanischen Staat Guinea der Notstand ausgerufen worden. Die Übergangsregierung der Militärs reagierte damit gestern Abend auf zunehmende Gewalt zwischen den ethnischen Gruppen im Lande, berichtete die Website Boubah.com in der Nacht auf heute.

Der Notstand einschließlich einer nächtlichen Ausgangssperre soll demnach bis zur Bestätigung der Wahlergebnisse durch den Obersten Gerichtshof andauern. In einigen Städten wie in Labe im Norden des Landes gilt die Ausgangssperre auch tagsüber. Es gab Berichte über Plünderungen. In Onlineforen Guineas machten unterdessen Gerüchte über ethnische Gewalt bis hin zu einem befürchteten Völkermord an der Volksgruppe der Peul, die mit 40 Prozent die größte ethnische Gruppe ist, die Rede.

Oppositionsführer gewann Stichwahl

Aus der Stichwahl war überraschend Oppositionsführer Alpha Conde als Sieger hervorgegangen. Anhänger des unterlegenen ehemaligen Ministerpräsidenten Cellou Dalein Diallo gingen daraufhin auf die Straße. Diallo sprach von „brutaler Unterdrückung“ der Proteste durch die Sicherheitskräfte. Er hatte seine Anhänger zuvor zur Besonnenheit und Ruhe aufgerufen und angekündigt, er wolle das Wahlergebnis vor Gericht anfechten.

Die Stichwahl war nach der ersten Wahlrunde im Juni wiederholt verschoben worden, weil es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Diallos und des langjährigen Oppositionsführers Conde kam.