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Größtes Fest des Landes endete tragisch

Bei einer Massenpanik in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh sind Montagabend mindestens 375 Menschen ums Leben gekommen. Die Panik brach auf einer Brücke aus, die zu einer der Inseln im Mekong führt.

Die meisten Opfer waren Frauen. Sie waren auf dem Weg zu Konzerten und Feierlichkeiten auf der Insel im Fluss, als es zu dem tödlichen Gedränge kam. Viele sprangen aus Panik von der Brücke und werden noch vermisst. Die Opferzahlen könnten laut Premierminister daher noch weiter steigen. Premierminister Hun Sen sprach Montagabend bereits von 347 Toten, mehr als 400 weitere Personen sollen verletzt worden sein. Am Dienstag wurde die Zahl bereits auf mindestens 375 Tote nach oben revidiert.

Tausende drängten sich auf einer Brücke

Tausende Menschen hatten versucht, zu Feierlichkeiten anlässlich des traditionellen Wasserfestes auf die Diamantinsel im Mekong zu gelangen. Dort sollten Feierlichkeiten anlässlich des bevorstehenden Endes des dreitägigen Festes stattfinden.

Massenpanik auf einer Brücke

AP/Heng Sinith

Vor allem junge Menschen wollten zu dem Fest auf der Mekong-Insel.

Das Wasserfest ist eines der größten Festivals des Landes. Millionen Menschen waren für die zahlreichen Konzerte, Feuerwerke und Bootsrennen in die Stadt geströmt.

Wasserfest

Beim traditionellen Wasserfest „Bon Um Tok“ wird der Strömungswechsel gefeiert. Während der Regenzeit fließt das Wasser vom Fluss Mekong in den Tonle-Sap-Fluss. Wenn die Trockenzeit in Kambodscha beginnt, ändert sich die Fließrichtung – das Wasser strömt zurück in den Mekong.

Laut einem Augenzeugen soll es zu der Panik gekommen sein, als rund zehn Personen in dem Gedränge das Bewusstsein verloren. Als immer mehr Menschen auf die Brücke drängten, wurden Personen umgerissen und von den nachströmenden Menschen zu Tode getrampelt. Andere wurden von der Brücke gedrängt und stürzten in den Fluss. Als die Sicherheitsbehörden die Brücke räumten, seien Hunderte verletzte Personen auf dem Boden gelegen, erzählten Anwesende der Nachrichtenagentur AP.

Auch Stunden nach dem Chaos waren Rettungskräfte noch damit beschäftigt, Verletzte abzutransportieren. Taucher suchten in dem Fluss nach weiteren Opfern. Ein AP-Reporter berichtete von toten Körpern, die in den Fluten schwammen. Vor dem Calmette-Krankenhaus, in das zahlreiche Leichen gebracht wurden, versammelten sich Dutzende Menschen auf der Suche nach Angehörigen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Viele der Anwesenden warteten verzweifelt auf Nachrichten von Verwandten und Freunden. Der Gouverneur des Bezirks Daun Penh, Sok Sembath, sprach von einer Tragödie nie dagewesenen Ausmaßes während eines Wasserfestes.

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