Internationaler Haftbefehl gegen WikiLeaks-Gründer

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Der Gründer der umstrittenen Internetplattform WikiLeaks, Julian Assange, ist auf die Fahndungsliste von Interpol gesetzt worden. Der Australier werde wegen der gegen ihn in Schweden erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe gesucht, teilte die internationale Polizeiorganisation Interpol in der Nacht auf heute im französischen Lyon mit. Wer Angaben über Assange machen könne, solle sich an die örtliche Polizei wenden, hieß es auf der Website.

Assange gilt als das Gesicht von WikiLeaks. Ein Gericht in Stockholm hatte kürzlich einen Haftbefehl gegen den 39-Jährigen wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung von zwei Frauen ausgestellt. Die Ermittlungsleiterin bei der schwedischen Staatsanwaltschaft, Marianne Ny, hatte ihren Antrag damit begründet, dass Assange zu den Vorwürfen befragt werden müsse.

Der Australier hatte die Vorwürfe stets bestritten und von einer Schmutzkampagne gegen ihn und WikiLeaks gesprochen. Wenige Stunden vor der Mitteilung durch Interpol hatte sein Anwalt noch in Schweden ein Berufungsgericht angerufen und die Aufhebung des schwedischen Haftbefehls beantragt.