Assange: Bin Opfer böswilliger Veröffentlichungen

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WikiLeaks-Chef Julian Assange hat sich über die Teilveröffentlichung eines schwedischen Polizeiberichts beschwert, in dem Einzelheiten der gegen ihn erhobenen Sexvorwürfe genannt werden.

Die Weitergabe des vertraulichen Polizeiberichts an den britischen „Guardian“ sei „eindeutig dafür bestimmt“ gewesen, seinen Kautionsantrag zu unterminieren, sagte Assange in einem heute veröffentlichten Interview der Zeitung „The Times“.

Der „Guardian“ habe die Informationen einen Tag vor der Gerichtsanhörung erhalten, bei der entschieden wurde, dass er auf Kaution freikomme, sagte Assange. Der Zeitungsbericht sei zeitlich so abgestimmt gewesen, dass er am Morgen der Anhörung „auf dem Schreibtisch des Richters“ landen würde.

Weitergabe soll untersucht werden

Einem Bericht des britischen Onlinemagazins The Register zufolge kündigten die Anwälte Assanges an, gerichtlich gegen die schwedischen Behörden vorzugehen. Er wolle eine Untersuchung erwirken, die klären solle, wie die vertraulichen Polizeidokumente an den „Guardian“ gelangten, sagte Anwalt Björn Hurtig laut dem Bericht.

Frauen „nervös geworden“

Zuvor hatte Assange den beiden Schwedinnen, die mit ihrer Aussage das Verfahren gegen ihn ins Rollen gebracht hatten, eine Überreaktion vorgeworfen. Die Frauen seien wohl „nervös geworden“, weil sie Angst vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten bekommen hätten. Sie hätten sich deshalb ratsuchend an die Polizei gewandt, sagte Assange in einem Interview mit der BBC heute. Daraufhin habe sich die schwedische Polizei auf den Fall gestürzt.