Elfenbeinküste: „Gbagbo behindert UNO“

Der Chef der UNO-Friedenstruppen in der Elfenbeinküste wirft dem Wahlverlierer Laurent Gbagbo massive Behinderungen der UNO-Mission vor. „Gbagbos Lager tut alles, um unseren Nachschub an Lebensmitteln und Benzin zu kappen“, sagte UNO-Untergeneralsekretär Alain Leroy der Zeitung „Le Figaro“ (Mittwoch-Ausgabe). Die Lage werde immer heikler und gefährlicher.

„Gbagbos Anhänger versuchen, unsere Leute einzuschüchtern, sogar in ihren Wohnungen, damit sie abziehen“, sagte er. Zudem lasse er Hassbotschaften und Aufrufe zu Anschlägen gegen die UNO-Soldaten im Radio verbreiten. „Es ist brutal“, resümierte Leroy.

„Gbago antwortet nicht mehr“

Die UNO-Soldaten sind derzeit um das „Hotel du Golfe“ stationiert, in dem sich der Wahlsieger Alassane Ouattara aufhält. Sie hätten auch ihre Patrouillen in der Hauptstadt Abidjan verstärkt, aber Gbagbos Leute errichteten ständig neue Barrikaden, klagte Leroy. Der Kontakt zu dem langjährigen Präsidenten, der sich mit Gewalt an die Macht klammert, sei unterdessen abgebrochen. „Wir reden mit seinen Beratern, aber Gbagbo antwortet nicht mehr“, sagte Leroy.