Serbien: Acht Jahre Haft für Milosevic-Vertrauten

Der ehemalige jugoslawische Zollchef, ein enger Vertrauter des früheren serbischen und jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, ist heute in Belgrad wegen Amtsmissbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Der 63-jährige Mihalj Kertes war laut Anklage Mitglied einer kriminellen Gruppe, die in den 90er Jahren von Milosevic mit dem Ziel organisiert wurde, Staatsgelder auf Zypern verschwinden zu lassen. Dem Staat sei so ein Schaden in Höhe von umgerechnet 60 Millionen Euro entstanden.

Die Summen wurden laut Anklage auf diversen Konten einer Zweigstelle der serbischen Beogradska banka deponiert. Kertes sorgte demzufolge als Vertrauensmann Milosevics auch dafür, dass die Zollgelder zum Teil statt in die Staatskasse auch in jene der damals regierenden Sozialistischen Partei (SPS), aber auch des Staatssicherheitsdienstes flossen.

Die Anklage bezog sich ursprünglich auch auf Milosevic und seinen ehemaligen Finanzminister Jovan Zebic. Das Verfahren gegen sie wurde nach ihrem Tod eingestellt. Die Gelder blieben bis heute verschwunden.