Kuba: Haft statt Todesstrafe

Der Oberste Gerichtshof in Kuba hat nach Angaben von Dissidenten die Strafe des letzten Todeskandidaten in dem kommunistischen Land in eine 30-jährige Haftstrafe umgewandelt. Die Todesstrafe gegen den regierungskritischen Aktivisten Humberto Real sei gestern in 30 Jahre Gefängnis umgewandelt worden, sagte der Sprecher der Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, Elizardo Sanchez, der Nachrichtenagentur AFP.

Der 40-jährige Real gehörte nach offiziellen Angaben einer bewaffneten Gruppe der Partei Nationale Demokratische Einheit (PUND) mit Stützpunkt im US-Bundesstaat Florida an, die 1994 nach Kuba eingedrungen war. Dabei war ein Mensch durch einen Schuss aus einem Gewehr getötet worden.

Wende im April

Im April 2008 hatte der kubanische Staatschef Raul Castro die Todesstrafe gegen etwa 30 Häftlinge in Haftstrafen umgewandelt. Das Schicksal von Real und den zwei salvadorianischen Todeskandidaten Ernesto Cruz Leon und Otto Rene Rodriguez Llerena blieb zunächst ungewiss. Anfang Dezember wandelte der Oberste Gerichtshof die Todesstrafe gegen die beiden Salvadorianer jedoch in 30-jährige Haftstrafen um.