Athen besteht auf Zaun an Grenze zur Türkei

Trotz internationaler Kritik besteht Athen auf dem Bau eines 12,5 Kilometer langen Zauns entlang der Grenze zur Türkei. Nach Angaben des griechischen Ministeriums für Bürgerschutz soll die Barriere gegen illegale Einwanderer bis April fertiggestellt sein.

Der Zaun werde höher als drei Meter, aber auf keinen Fall elektrisch geladen sein, berichtete das Staatsradio heute. Er werde mit Wärmekameras und Bewegungsdetektoren versehen.

Über die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland gelangen Hunderttausende Flüchtlinge aus Asien und Afrika illegal in die Europäische Union. Mit dem Zaun entlang einer besonderen „Schwachstelle“ am Grenzfluss Evros will Athen den Zuwandererstrom eindämmen.

„Mauer der Schande“

Die griechische Presse bewertete die Pläne heute unterschiedlich: „Mauer der Schande“, titelte die linke Athener Zeitung „Avgi“. „Die Initiative des Ministers für Bürgerschutz ist sehr positiv“, kommentierte hingegen die konservative Zeitung „Kathimerini“. Das Thema sei „von großer Bedeutung. Das Land (Griechenland) kann nicht ein offenes Feld für Flüchtlinge sein“, meinte das Blatt weiter.

Der Bau einer Barriere, die nach ersten Ankündigungen sogar entlang der gesamten 206 Kilometer langen Grenze zur Türkei verlaufen sollte, war bei der EU auf Vorbehalte gestoßen. „Zäune können nur eine kurzfristige Lösung sein, sie lösen aber nicht das Problem“, hatte ein Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in Brüssel erklärt. Der Athener Bürgerschutzminister Christos Papoutsis hatte die Kritik an der griechischen Asylpolitik als „heuchlerisch“ zurückgewiesen.

Allein 2010 seien 128.000 Migranten nach Griechenland gekommen. In den vergangenen vier Jahren seien es insgesamt 512.000 gewesen. Seit zwei Monaten patrouillieren an der Grenze neben griechischen Beamten etwa 200 Mitarbeiter der EU-Grenzagentur Frontex.