Iran: Nur ein westlicher Staat zu Inspektion eingeladen

Bei der vom Iran angekündigten internationalen Besichtigung seiner Atomanlagen sind die westlichen Staaten offenbar weitgehend unberücksichtigt geblieben. Von der 5+1-Gruppe, die im Atomstreit mit der Regierung in Teheran verhandelt, seien lediglich China und Russland eingeladen worden, erfuhr AFP heute aus Diplomatenkreisen bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO/IAEA) in Wien.

Die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland hätten dagegen keine Einladung erhalten. Als einziges westliches Land sei Ungarn dabei, das seit Jahresbeginn die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union führt. Außerdem seien Ägypten und Kuba eingeladen, die im IAEO-Gouverneursrat die Arabische Liga beziehungsweise die blockfreien Staaten repräsentieren, hieß es aus Diplomatenkreisen.

USA: „Cleverer Trick“

Das iranische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, mehrere Länder zu einer Besichtigung noch in diesem Monat eingeladen zu haben. Eine Liste mit den eingeladenen Staaten sollte zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Die IAEO erklärte offiziell, bei ihr seien keine Einladungsschreiben eingegangen.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, sprach von einem „cleveren Trick“. Entscheidend sei, dass Teheran seine Atomanlagen der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) öffnen müsse. Auch von europäischer Seite gab es verhaltene Reaktionen. Die Zeitung zitierte einen europäischen Diplomaten mit den Worten, es sei unwahrscheinlich, dass das Angebot vor dem Abschluss der nächsten Gesprächsrunde in Istanbul angenommen werde - wenn überhaupt.