Elfenbeinküste: 22.000 auf der Flucht

Angesichts des Machtkampfes in der Elfenbeinküste sind rund 22.000 Menschen in das benachbarte Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder und stammten aus dem Westen des westafrikanischen Landes, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) heute in Genf mit.

Es handle sich sowohl um Unterstützer des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Siegers der Präsidentschaftswahl, Alassane Ouattara, als auch um Anhänger des eigenmächtig im Amt verbliebenen Staatschefs Laurent Gbagbo. Aus Angst vor den Unterstützern des jeweiligen politischen Gegners hätten sie sich zumeist nachts durch die Buschlandschaft in das Nachbarland durchgeschlagen.

In Liberia haben die Flüchtlinge laut UNHCR vorübergehend Unterschlupf in Dörfern der Region Nimba gefunden. Dort fehlt es den Angaben zufolge aber an Nahrungsmitteln, Unterkünften und Trinkwasser. Die UNO kündigte an, ihre Hilfslieferungen für die Flüchtlinge zu intensivieren. In der Stadt Sacleapea an der Grenze zur Elfenbeinküste soll demnach ein erstes Flüchtlingslager eingerichtet werden. Dorthin seien bereits Lastwagen mit Hilfsgütern unterwegs.