Selbstmordanschlag auf Badehaus in Afghanistan - 17 Tote

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein öffentliches Badehaus sind im Süden Afghanistans nach ersten Informationen mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 21 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, als sich der Attentäter heute in der Stadt Spin Boldak nahe der Grenze zu Pakistan in die Luft sprengte. Unter den Todesopfern war demnach auch ein Polizist.

Im Süden Afghanistans befinden sich die Hochburgen der radikalislamischen Taliban, die seit der Entmachtung ihres fundamentalistischen Regimes durch eine US-geführte Militärintervention vor neun Jahren einen blutigen Aufstand führen. Nach US-Militärangaben ist jedwede Kontrolle der afghanisch-pakistanischen Grenze unmöglich geworden.

Der Oberkommandierende der internationalen Afghanistan-Truppe ISAF, US-General David Petraeus, hatte bereits Zweifel am Zeitplan der NATO für einen Abzug aus Afghanistan geäußert. Derzeit sei noch nicht absehbar, ob ein Abzug wie geplant bis 2014 erfolgen könne, sagte er. Nach der US-Truppenaufstockung um 30.000 Soldaten umfasst seine Truppe am Hindukusch inzwischen 150.000 Soldaten.