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Sparsame Chips und Displays

Prozessoren, Bildschirme und Festplatten sind die großen Energieverbraucher in Mobilrechnern. An diesen drei Stellen setzen Stromsparinnovationen an, die schon im Vorfeld der US-Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt wurden.

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1. Stromsparende Prozessoren

Zur CES haben sowohl Branchenprimus Intel als auch dessen Rivale AMD eine Reihe neuer Prozessoren vorgestellt. Die Intel-CPUs der „Sandy Bridge“-Generation sind sämtlich im 32-Nanometer-Prozess gefertigt, der es erlaubt, auf gleichem Raum mehr Schaltkreise mit weniger Leistungsaufnahme unterzubringen. Zudem bringen die „Sandy Bridge“-Prozessoren ausgefeilte Stromsparfunktionen mit, über die sich die Leistung der CPU-Komponenten wie des integrierten Grafikmoduls oder einzelner Prozessorkerne präzise steuern lassen.

AMD verspricht den Käufern von Mobilgeräten, die von seinen neuen Fusion-Prozessoren mit integriertem Grafikmodul angetrieben werden, eine Akkulaufzeit von zehn Stunden und mehr - selbst dann, wenn der Konsument am Notebook rechenintensive HD-Filme betrachtet. Hersteller wie HP, Lenovo und MSI haben bereits im Vorfeld der CES Notebooks mit den neuen AMD-Prozessoren vorgestellt.

Für das neue Mininotebook ThinkPad X120e, eines der ersten Geräte mit einer der neuen AMD-CPUs, verspricht Lenovo eine um 30 Prozent auf sechs Stunden gesteigerte Akkulaufzeit gegenüber dem Vorgängermodell x100e. Inwieweit die Stromsparfunktionen der neuen CPUs ausgenutzt werden, ist natürlich auch Sache des Computerherstellers.

2. Neue Bildschirmtechnik

Bisher steckten Hersteller von Mobilgeräten in einem Dilemma. Bildschirme mit anorganischen oder organischen Leuchtdioden bieten zwar leuchtende Farben und schnelle Schaltzeiten, verbrauchen aber immer noch viel Energie. Die in aktuellen E-Book-Lesegeräten wie Amazons Kindle oder dem Oyo von Thalia/Medion verbauten E-Ink-Displays ermöglichen zwar sehr lange Akkulaufzeiten, können derzeit aber keine farbigen Inhalte darstellen und sind auch viel zu langsam, um schnelles Scrollen oder Videos anzeigen zu können.

Einen Ausweg soll die auf den Namen „Mirasol“ getaufte Bildschirmtechnologie bieten, die der US-amerikanische Konzern Qualcomm seit 2008 in Zusammenarbeit mit der taiwanesischen Partnerfirma Cheng Uei Precision Industry entwickelt. „Mirasol“-Bildschirme reflektieren das Umgebungslicht und brauchen daher keine Energie für die Beleuchtung. Sie können farbige Inhalte darstellen und sind auch schnell genug für den Videokonsum.

Bisher blieb den „Mirasol“-Displays der Durchbruch auf dem Markt versagt, aber Qualcomm hat erst am Dienstag angekündigt, eine Milliarde US-Dollar (750 Mio. Euro) in den Bau einer neuen „Mirasol“-Fabrik der fünften Generation in Taiwan investieren zu wollen. Der Hersteller PowerBook soll auf der CES einen ersten E-Book-Reader mit dieser Bildschirmtechnologie zeigen.

3. SSD statt Festplatte

Im Vorfeld der CES stellte Intel seine neue Speicherchip-Laufwerksserie SSD 310 vor. Das System ist sehr klein und kann entweder allein in einem Smartphone bzw. Tablet-Rechner eingesetzt werden oder als schnelles Boot-Laufwerk zusätzlich zu einer traditionellen Festplatte in Notebooks dienen. Mit dieser Kombilösung könne die Gesamtleistung eines PCs um bis zu 60 Prozent gesteigert werden, so der Hersteller.

Intel verspricht auch, dass seine SSD-Systeme weniger Leistung aufnehmen als mobile Festplatten. Genaue Vergleichswerte wollte der Hersteller für sein neues System aber nicht angeben. Auch wenn die Preise für SSD-Speicher weiterhin höher liegen als jene für Festplattenspeicher, wollen Hersteller wie Lenovo und Apple bei neuen Modellen verstärkt auf die schnellen und robusten Chips setzen.

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