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Knapp Wiederwahl gewonnen

Die moderate Demokratin Gabrielle Giffords ist seit 2007 im Abgeordnetenhaus. Bei den Kongresswahlen im vergangenen November schaffte sie die Wiederwahl gegen ihren republikanischen Herausforderer Jesse Kelly, einen früheren Marine, nur knapp. Sie gilt als Pragmatikerin, die aber vehement für ihre Prinzipien kämpft.

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Im Gegensatz zu vielen ihrer demokratischen Kollegen tritt sie für das Recht auf privaten Waffenbesitz und für strengere Grenzkontrollen zur Eindämmung des illegalen Zuwandererstroms ein. Sie war allerdings auch eine klare Gegnerin des umstrittenen strikten Einwanderergesetzes in Arizona mit individuellen Personenkontrollen auf den Straßen.

Zielscheibe für „Tea-Party“

Die Tochter eines Reifenhändlers gehörte auch zu der kleinen Gruppe von Demokraten, die gegen die Wahl der ehemaligen Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi zur Minderheitsführerin im neu gewählten Kongress stimmte. Für Giffords verdiente Pelosi nach dem starken Votum für die Republikaner bei der Wahl im November keine derartige Führungsposition mehr.

US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords

APA

Die Demokratin Griffords sitzt seit 2007 als Abgeordnete im US-Kongress.

Die von US-Präsident Barack Obama vorangetriebene Gesundheitsreform unterstützte sie aber voll, obwohl das Gesetz gerade in ihrem Heimatstaat Arizona besonders unpopulär war. Sie könne nicht anders, selbst wenn es sie die Wiederwahl kosten würde, argumentierte Giffords ihre Entscheidung. Dadurch wurde sie zur besonderen Zielscheibe für die radikalkonservative „Tea-Party“-Bewegung und andere extreme Gegner.

Bis 1999 bei den Republikanern

Die aus einer liberalen jüdischen Gemeinde stammende Politikerin studierte lateinamerikanische Geschichte und Soziologie. Sie arbeitete einige Zeit im Unternehmen ihres Vaters. Ihre politische Einstellung brachte sie im Alter von 18 Jahren zunächst zu den Republikanern. 1999 kehrte sie ihnen aus Enttäuschung über die sozialen Positionen der Partei den Rücken. Mit 32 Jahren wurde sie jüngste weibliche Abgeordnete im Senat von Arizona.

Verheiratet ist Giffords mit dem Astronauten Mark Kelly, den die NASA für den letzten Flug des Space Shuttles „Endeavour“ im März vergangenen Jahres als Kommandanten ausgewählt hatte. Giffords Schwager, Scott Kelly, ist derzeit als Chef der Dauerbesatzung der Internationalen Raumstation ISS im All.

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