Unruhen in Tunesien: Festgenommene sollen freikommen

Nach den gewaltsamen Unruhen in Tunesien hat Präsident Zine el Abidine Ben Ali den Innenminister abgelöst. Nachfolger werde der bisherige Staatssekretär Ahmed Friaa, teilte Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi heute mit.

Zugleich habe der Präsident angeordnet, die meisten bei den jüngsten Krawallen Festgenommenen freizulassen. Vorwürfen der Korruption und des Fehlverhaltens von Beamten sollten in einem Untersuchungsausschuss nachgegangen werden.

Bereits seit Tagen fordern Demonstranten in Tunesien mehr Arbeitsplätze und bessere Lebensbedingungen. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Unruhen 23 Zivilisten getötet, die Opposition und Menschenrechtsgruppen sprechen von weit mehr Toten. Die Polizei schoss auf Demonstranten, die Gebäude in Brand setzten und Steine auf Sicherheitskräfte warfen. Regierungskritiker haben erklärt, die Zahl der Opfer sei höher. Es ist die schlimmste Gewalt in Tunesien in der 23-jährigen Amtszeit von Präsident Ben Ali.