Lage in Tunis weiter angespannt

In der tunesischen Hauptstadt Tunis ist die Situation nach den Krawallen von gestern Abend weiter äußerst angespannt. In der Nacht und heute Früh sei es aber zunächst ruhig geblieben, berichteten Bewohner.

In mehreren Armenvierteln von Tunis war es am Abend trotz einer Ausgangsperre wieder zu Protesten gegen den Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali gekommen, der für die hohe Arbeitslosigkeit, für Korruption und Polizeigewalt verantwortlich gemacht wird. Es gab zahlreiche Verletzte. Berichte über Tote konnten zunächst nicht bestätigt werden.

Armee zieht sich zurück

Nach den Protesten zog sich die Armee wieder aus Tunis zurück. Stattdessen wurden Spezialeinheiten der Polizei im relativ belebten Zentrum stationiert, wie eine AFP-Journalistin berichtete. Einsatzkommandos der Polizei mit gepanzerten Fahrzeugen lösten die Posten der Armee vor zentralen Plätzen und Verkehrsknotenpunkten ab.

Nur an einem Platz im Stadtzentrum waren zunächst noch zwei Militärfahrzeuge mit bewaffneten Soldaten zu sehen. Wegen der massiven sozialen Unruhen hatte die Regierung am Abend eine nächtliche Ausgangssperre für die Hauptstadt und mehrere Vororte verhängt.