Indien: Regierung liest künftig bei BlackBerry-Mails mit

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Der BlackBerry-Hersteller RIM will den indischen Behörden das Mitlesen von Privatkunden-Mails dauerhaft erlauben und damit einer Abschaltung zuvorkommen.

Die indischen Handynetzbetreiber würden damit in die Lage versetzt, die Gesetze des Landes einzuhalten, teilte Research in Motion heute in einem Kunden-Update mit.

Privatkundendienste betroffen

Mit dem Vorschlag sollten die Sicherheitsbedenken der Regierung zerstreut werden, Extremisten könnten die RIM-Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen. Das Zugeständnis gelte aber nur für Privatkundendienste etwa beim BlackBerry Messenger und dem BlackBerry Internet Service.

Zugang zu einem Dienst für verschlüsselte Firmenmails könne RIM nicht ermöglichen, da es keinen Generalschlüssel zur Dekodierung der vertraulichen Nachrichten gebe. Ob das der Regierung in Neu-Delhi ausreicht, war zunächst offen.

Indien drohte mit Verbot

Die Regierung hatte mit einem BlackBerry-Verbot gedroht und RIM eine Frist bis Ende Jänner gesetzt. Bis dahin sollte der Konzern einen Vorschlag unterbreiten, wie die Behörden Zugang zum RIM-Datenverkehr bekommen können. Im Oktober hatte RIM zunächst eine Übergangsregelung vorgelegt.