Kongo: Offizier soll Massenvergewaltigung befohlen haben

Ein Offizier der kongolesischen Armee soll nach dem Tod eines Soldaten als Rache eine Massenvergewaltigung befohlen haben. Mehr als 50 Frauen in der Stadt Fizi seien Opfer dieser Vergeltungsaktion geworden, berichtete der britische Rundfunksender BBC heute unter Berufung auf Augenzeugen.

Mindestens zwei Frauen beschuldigen den Hauptmann, sie bei dem Vorfall am Neujahrstag vergewaltigt zu haben. Der Offizier selbst bestreitet die Vorwürfe und sagte, er habe die Kontrolle über die Soldaten verloren.

Genaue Opferzahl nicht bekannt

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat in der Stadt in der Konfliktprovinz Südkivu bisher 51 Vergewaltigungsopfer behandelt. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer noch größer sein könnte. Menschenrechtsorganisationen werfen allen in der Region kämpfenden Gruppen systematische Vergewaltigungen zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung vor.

Der Vorfall in Fizi ist der größte bisher bekanntgewordene mit Beteiligung der Regierungstruppen. Auslöser soll ein tödlicher Streit gewesen sein, bei dem ein Soldat ums Leben kam.