Proteste in Algerien trotz Verbots

Bei einer Demonstration der Opposition in Algerien sind heute offenbar mehrere Menschen verletzt worden. Zudem seien „viele“ Demonstranten bei der Kundgebung in der Hauptstadt Algier festgenommen worden, teilte die oppositionelle Sammlungsbewegung für Kultur und Demokratie (RCD) mit.

Die Partei hatte trotz eines Demonstrationsverbots zu der Veranstaltung aufgerufen. Unter den Verletzten sei auch der Fraktionschef der RCD im algerischen Parlament, Othmane Amazouz.

Polizei verhinderte Protestmarsch

Rund 300 Demonstranten hatten sich in Algier vor dem Sitz der RCD versammelt, um zum Parlamentsgebäude zu ziehen. Ein massives Polizeiaufgebot verhinderte aber den Protestmarsch, Regierungskritiker und Sicherheitskräfte lieferten sich Auseinandersetzungen. Mit der Demonstration wollte die Partei gegen den seit 1992 geltenden Ausnahmezustand in dem nordafrikanischen Land und die politische Unterdrückung durch die Regierung protestieren.

Durch Proteste in Algerien starben in den vergangenen Wochen mindestens fünf Menschen. Mehr als 800 weitere wurden verletzt. Im Nachbarland Tunesien führten wochenlange Unruhen zum Sturz des Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali, der das Land mehr als zwei Jahrzehnte lang autoritär regiert hatte.