Kabul: Wahlverlierer besetzen Präsidentenpalast

Fast 200 bei der Parlamentswahl in Afghanistan unterlegene Kandidaten haben über Nacht den Präsidentenpalast in Kabul besetzt und damit gegen die geplante konstituierende Sitzung des Parlaments protestiert. Wie ein Sprecher von Präsident Hamid Karzai heute sagte, empfing der Staatschef gestern rund 300 von ihnen zu Gesprächen in dem hochgradig geschützten Gebäude.

Seitdem hätten sich „zwischen 180 und 200“ unterlegene Kandidaten geweigert, den Präsidentenpalast wieder zu verlassen, und die Nacht in einem großen Saal verbracht. Dem Sprecher zufolge protestieren die Wahlverlierer mit ihrer Aktion gegen die Entscheidung des Präsidenten, ohne Verzögerung die erste Sitzung der neuen Volksvertretung anzusetzen.

Die Parlamentswahl im September war von Betrugsvorwürfen überschattet gewesen, rund ein Viertel der fünf Millionen abgegeben Stimmen wurde für ungültig erklärt.