Tunesien: Polizei erschoss Demonstranten

In Tunesien sind nach Angaben aus Kreisen des Innenministeriums bei erneuten Protesten vier Menschen von der Polizei getötet und weitere verletzt worden. Die Beamten hätten gestern auf Demonstranten geschossen, nachdem diese eine Polizeistation mit Brandsätzen und Steinen beworfen hätten, hieß es in den Kreisen.

Der Vorfall habe sich in der nördlichen Stadt El Kef ereignet. An dem Protest hätten sich rund 1.000 Menschen beteiligt, Sie hätten den Rücktritt des örtlichen Polizeichefs gefordert, dem sie Machtmissbrauch vorwerfen. Der Polizeichef soll inzwischen festgenommen worden sein, was nach Angaben von Gewerkschaftern die Lage entspannte.

Rückkehr zur Normalität angestrebt

Bei dem Volksaufstand in dem nordafrikanischen Land im Jänner waren nach UNO-Angaben mindestens 147 Menschen getötet und 510 weitere verletzt worden. Staatschef Zine el Abidine Ben Ali war nach 23-jähriger Herrschaft nach Saudi-Arabien geflohen. Tunesien ist Vorbild für andere Anti-Regime-Proteste, insbesondere jene in Ägypten.

Mitte dieser Woche hatte Übergangspremier Mohamed Ghannouchi die Bevölkerung des Mittelmeer-Landes zur Rückkehr an die Arbeitsplätze aufgerufen. Damit soll ein Zusammenbruch der Wirtschaft verhindert werden. Viele Tunesier waren zuletzt aus Angst vor Gewalt und Übergriffen zu Hause geblieben.