Algerien: Kritik an „ausländischer Einmischung“

Die Parteien der algerischen Regierungskoalition haben heute die „ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ Algeriens verurteilt.

Der Generalsekretär der nationalistischen Nationalen Befreiungsfront (FLN), Abdelaziz Belkhadem, sagte der Nachrichtenagentur APS zufolge, einige Staaten würden „derzeit in den arabischen Staaten ein Experimentierfeld für demokratische Modelle“ sehen, die sie ihnen aufzwingen wollten.

Er reagierte damit auf internationale Kritik an dem Vorgehen der Polizei gegen regierungskritische Proteste vergangene Woche. Der Generalsekretär der liberalen Nationalen Sammlungsbewegung für Demokratie (RND) und Ministerpräsident Ahmed Ouyahia sagte, ausländische Staaten sollten nicht erwarten, dass Algerien ihre Anweisungen befolge.

„Die Algerier sind in ihrem Land frei und akzeptieren von niemandem Befehle“, sagte Ouyahia. Der Präsident der islamistischen Bewegung der Gesellschaft für den Frieden (MSP), Bouguerra Soltani, sagte, Algerien habe während des Bürgerkriegs in den 1990er Jahren einen „schweren Tribut“ gezahlt und sei „heute keineswegs bereit, zusätzliche Opfer zu bringen“, um anderen zu gefallen.