Tunesien: Milliardenschatz hinter Bücherwand

Auf der Jagd nach dem Vermögen des geflüchteten Machthabers Zine el Abidine Ben Ali sind Ermittler in Tunesien auf einen wahren Schatz gestoßen. Sie fanden in einem Palast Schmuck in unschätzbarem Wert und Banknoten in Höhe von mehreren Milliarden Euro und US-Dollar.

Eine Kommission sucht nach dem illegalen Vermögen des Ex-Machthabers und seines Clans und entdeckte die „Schatztruhe Ali Babas“ in einem Palast nordöstlich von Tunis. Die reihenweise in Stapeln geordneten Banknoten in 500-Euro- und 500-Dollar-Scheinen sowie bündelweise tunesische Dinar und ägyptische Pfund waren in Safes hinter einer falschen Bücherwand aufbewahrt, berichteten gestern französische Medien.

Als Kredit getarnte Geldgeschenke

Schwerste Korruptionsvorwürfe werden gegen die Familie von Ben Alis Ehefrau und deren Bruder Mourad Trabelsi erhoben, die hinter den Kulissen die Fäden gezogen und sich auch am Drogenhandel enorm bereichert haben sollen.

Der Clan beanspruchte zudem angeblich Bankkredite in Milliardenhöhe, die nie zurückbezahlt würden, und habe riesige Provisionen bei Staatsaufträgen und bei Investitionen ausländischer Firmen bekommen. Bei allen staatlichen Bewilligungsverfahren seien Schmiergelder gezahlt worden, hieß es.