Marokkanische Regierungspartei fordert Reformagenda

Nach den Protesten in Marokko hat eine der einflussreichsten Parteien der Regierungskoalition eine Reformagenda für das Land gefordert. Die Unruhe in der Bevölkerung müsse ernst genommen werden, sagte der Fraktionsvorsitzende der sozialistischen Partei USFP, Ahmed Zaidi, heute der Nachrichtenagentur AFP.

Fünft Tote bei Protesten

Am Sonntag hatten in mehreren marokkanischen Städten erstmals Zehntausende Menschen für Reformen und eine Beschränkung der Macht von König Mohammed VI. demonstriert. Die Proteste verliefen zunächst friedlich, endeten vielerorts jedoch mit Krawallen, bei denen in der Stadt el Hoceima im Norden des Landes fünf Menschen in einer in Brand gesetzten Bankfiliale ums Leben kamen.

Die USFP teilte daraufhin in einer Erklärung mit, nur durch Reformen könnten „glaubwürdiges Handeln und politischer Pluralismus“ gesichert werden. Zaidi sagte dazu, seine Partei habe deswegen im Gegensatz zu anderen marokkanischen Parteien „weder zum Boykott noch zur Unterstützung der Kundgebungen aufgerufen“. Das Land brauche „institutionelle Reformen“.